Meine Oma Hella

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Ein weiteres, grauenvolles Kapitel unserer Familiengeschichte kommt ans Licht:

Viktors Tochter, Hella Kunz, meine Oma, lebt mit ihren drei kleinen Kindern in Kassel. Mein Vater ist der jüngste und gerade erst zwei Jahre alt, als Hella 1941 von der Gestapo verhaftet wird. Der Grund: Sie äußert sich beim Bäcker abfällig über Hitler. Eine Nachbarin denunziert sie. Hella wird in die berüchtigte Kasseler Haftanstalt „Elwe“ , eingeliefert. Das Untersuchungsgefängnis ist zu der Zeit Schutzhaftstätte und Leitstelle der Gestapo Kassel. Hier werden Gegner der Nationalsozialisten misshandelt. Außerdem werden in der „Elwe“ politische Häftlinge bis zu ihrem Prozess vor dem Oberlandesgericht Kassel inhaftiert.
Hella ist mit ihrem vierten Kind schwanger. Sie ist 26 Jahre alt. Kurz nach der Gestapo Haft stirbt sie am 23. März 1941 unter bis heute ungeklärten Umständen. Der Totenschein weist eine Sepsis, eine Vereiterung des rechten Brustfells, Herzschwäche als Todesursache aus. Was ist wirklich passiert?
Die Dokumente, die Licht in das Schicksal meiner Großmutter bringen, sind in den Kasseler Bombennächten 1943 scheinbar vollständig verbrannt.

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