Worum es geht

„Viktors Kopf“ ist eine filmische Spurensuche.
Es geht um das Schicksal meines Urgroßvaters Viktor – jahrzehntelang ein düsteres Familiengeheimnis.  Als Kind hörte ich im Zusammenhang mit ihm nur vage Andeutungen. Er sei verschollen, ein Verräter, hieß es immer. Wollte ich mehr wissen, erntete ich Schweigen.
Kurz vor seinem Tod offenbarte mir mein Vater: Viktor kämpfte im Untergrund gegen die Nazis. Er ging der Gestapo ins Netz, wurde verurteilt und enthauptet.

Im Laufe der Jahre habe ich mehrere Dokumentarfilme realisiert, von Menschen und ihren Schicksalen während der NS-Zeit. Die Beschäftigung mit diesen Geschichten war immer schwer erträglich, und ich stellte mir manches Mal die Frage: Warum beschäftige ich mich oft Monate damit?
Als ich dann vor wenigen Jahren anfing, die Geschichte meines Urgroßvaters zu recherchieren, befand ich mich plötzlich im Zentrum eines eigenen, düsteren Films. Zunächst hatte ich nicht den Mut, die Familiengeschichte zum Sujet eines Dokumentarfilms zu machen. Unangenehme Gefühle stellten sich in den Weg: Scham und die Angst vor Ablehnung durch die Verwandtschaft.

Dann habe ich mich entschieden. Ich begleite die Spurensuche mit der Kamera. Es entsteht ein Dokumentarfilm.

Polizeifoto Viktor 1921

 

 

 

 

 

3 comments on “Worum es gehtAdd yours →

  1. Zweiter Satz: es GEHT um das Schicksal meines UrgrossvaterS –
    .. von Menschen und ihren Schicksalen während DER NS-Zeit
    .. plötzlich im Zentrum MEINES eigenen düstern Films.
    Ich würde auch nicht SUJET sagen, das klingt affektiert, sondern THEMA

    Ansonsten finde ich die Idee toll – toll, daß Du gespürt hast, daß „da etwas ist“ und die Idee, daraus einen Dokumentarfilm zu machen, ist auch super. Ich wäre stolz auf so einen Urgroßvater !! Willst Du seinen Weg und seine letzten Tage komplett recherchieren und zeigen ? Fänd ich klasse ! Viel Erfolg damit, Thomas

    1. Ja, ich will seinen Lebensweg, auch die letzte Lebensphase dokumentieren. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Frage, was hat das mit uns heute noch zu tun. Da ich bei meinen Recherchen vor so viele Mauern renne, sowohl auf gesellschaftlicher, als auch auf familiärer Ebene, wird mir bewusst, wie viel Unausgesprochenes, Abspaltung, Scham ect. noch in den Familiensystemen steckt.

    2. Ich finde das Wort „Sujet“ ganz gut und passend, nicht affektiert. Das Wort „Thema“ ist dagegen schon etwas abgegriffen meiner Meinung nach.

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